Matrose auf einem Segelschiff in Holland werden

von am 19. Januar 2012 in Mensch und Gesellschaft

Matrose auf einem Segelschiff in Holland werden
Was man braucht: Diensttijdenboekje (Dienstbuch) Medische keuring (Medizinische Untersuchung) Sociaal fiscal nummer (Steuernummer) -> Sobald du ein Segelschiff gefunden hast, auf dem du arbeiten wirst, kannst du alle drei Dinge direkt mit dem Kapitän oder den Besitzern des Schiffes klären. Alle drei Dinge werden dann direkt vor Ort erledigt.
Kostenpunkt: Dienstbuch und medizinische Untersuchung kosten in etwas € 150, werden mit etwas Glück aber von deinem Arbeitgeber übernommen… Als Matrose bekommst du in der Regel den in Holland gesetzlichen Mindestlohn von ca. € 900. Da du auf dem Schiff kostenlos in einer Kajüte wohnen kannst und mit ein bisschen Glück beim Skipper auch umsonst mitessen kannst, bleibt am Monatsende immer ein schöner Betrag übrig. Ausgaben für Kneipenbesuche bei Landgang nicht eingeschlossen ;)
Schwierigkeit: Die Bewerbung selbst ist relativ einfach, braucht aber ein bisschen Durchhaltevermögen, weil es doch das ein oder andere zu erledigen gilt. Die Arbeit dann auf dem Segelschiff selbst hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vor allem der jeweilige Kapitän oder Kapitänin spielt hierbei eine wesentlich Rolle. Manche gehen es sehr locker an, andere wiederum sind sehr ehrgeizig; dementsprechend gibt es auch unterschiedliche Vorstellungen, was ein Matrose zu leisten hat…
Anmerkungen: Man kann ohne große Probleme innerhalb kurzer Zeit Matrose auf einem Segelschiff in Holland werden. Sommer ist hier Hauptsaison (März-Oktober), weil dann alle Schulklassen und Touristen kommen und die Schiffe in der Regel für 1-7 Tage mieten. Die typischen Aufgaben des Matrosen bestehen heutzutage nicht mehr ausschließlich aus dem reinen Segelsetzen, Deck schrubben und Kajüten putzen, sondern zu einem sehr großen Teil aus dem konkreten Anleiten von größeren Reisegruppen. In der Regel macht der Matrose die Schiffseinweisung für die Gäste, leitet sie während dem Segeln an und nimmt nach Lust und Laune und immer wieder gerne gesehen an den abendlichen Aktivitäten teil. Der Kapitän hingegen grenzt sich gerne etwas von der Gruppe ab, gibt beim Segeln per Hand- und Rufzeichen die entsprechenden Befehle, die der Matrose dann in Zusammenarbeit mit der Gruppe umsetzt und widmet sich ganz der Aufgabe das Schiff auf Kurs zu halten…
1
Für einen ersten Einblick ist www.naupar.de eine gute Anlaufstelle. Naupar ist der Kantor mit der größten Segelschiffflotte in Holland. Hier kann man über die Kontaktadresse direkt Kontakt mit dem Kantor aufnehmen und sagen, dass man sich für eine Arbeitsstelle als Maat interessiert. Die besten Chancen hat man hierbei kurz vor Anfang der Saison im Februar/März. Aber da es häufig zwischendrin auch immer wieder Wechsel und Veränderungen gibt, kann man es ruhig auch mitten in der Saison versuchen. Matrosen werden in der Regel IMMER gesucht, da es zu wenige Bewerber gibt.
2
Bei der ersten Kontaktaufnahme mit dem Kantor werden deine Kontaktdaten aufgenommen und eventuell wirst du darum gebeten, eine Mail, inklusive kurzem Motivationsschreiben, zu verfassen. Diese kommt dann an ein “schwarzes Brett”, welches alle Kapitäne oder Schiffsbesitzer einsehen können, die noch auf der Suche nach einem Matrosen sind.
3
Nach etwa 1 bis 3 Wochen werden die ersten Rückmeldungen von entsprechenden Interessenten eintreffen. Hierbei die Empfehlung berücksichtigen, nicht gleich dem erstbesten Interessenten zuzusagen, sondern noch etwas abwarten, um verschiedene Angebote vergleichen zu können. Hierbei ist gut zu bedenken: Auf Ein-Mastern ist in der Regel deutlich weniger zu tun als auf größeren Schiffen, da sie nicht so große Gruppen haben, die beaufsichtigt werden müssen; es nicht so viele Dinge gibt, zum aufräumen, putzen, reparieren etc gibt; Die meiste Arbeit fällt auf kleinen Zwei-Mast-Segelschiffen an für ca. 25 Personen. Diese Schiffe sind schon so groß und haben so viele Segel, die beaufsichtigt werden müssen, dass es permanent etwas zu tun gibt. Gleichzeitig sind sie noch so klein, dass – im Gegensatz zu den wirklich großen Segelschiffen – die allermeisten Arbeiten noch wirklich von Hand erledigt werde müssen. Dazu gehört in der Regel das Segel hissen, Seitenschwerter hoch und runter lassen, Ankerwinde manuell kurbeln, und vor allem das Nichtvorhandensein der Bugschraube, die den größeren Schiffen beim Einlaufen und Festlegen im Hafen die meiste Arbeit abnimmt. Die größten Schiffe für ca. 45 Personen sind besonders Arbeitsaufwändig was Putz- und Aufräumarbeiten angeht. Während dem Segeln selbst, fällt auf den ganz großen Schiffen die wenigste Arbeit an. In der Regel kann man Folgendes sagen: Je billiger das Schiff für die Gruppen zu mieten ist, desto lustiger sind die Gruppen. Viele Schulklassen, Studenten und sonstige aber vor allem motivierte Reisegruppen! Ist die Miete hoch, dienen die Segelschiff in der Regel mehr besonderen Geschäftsfeiern, Hochzeiten, etc… mit weniger motivierten Seglern…
4
Ist die Wahl auf ein Schiff gefallen, kann es sehr schnell gehen, dass es auch wirklich losgeht. Vieles geschieht hier sehr spontan… aber auch unkompliziert! Anreise nach Holland organisieren, Kontaktperson dort treffen, Matrose sein! :-)







Print article

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein, um zu kommentieren.